Verarbeitung von Aluminium - Vielseitig in Form

Die Verarbeitung von Aluminium erfolgt überwiegend in Walz- und Presswerken sowie in Formgießereien. Entscheidend hierüber ist die Anforderung an die Form und die spätere Anwendung. Aluminium kann mit geringem Kraftaufwand plastisch verformen und mit nahezu jeder Technik verbunden werden. Aluminium lässt sich dank neuester Technik zudem schweißen und fest verkleben, was die Einsatzgebiete nochmals erweitert. Foto: AMAG

Produktion von Aluminiumhalbzeug in Deutschland

Die Produktion der deutschen Aluminiumhalbzeugwerke erzielte für die Jahre 2010-2014 deutliche Zuwächse. Insgesamt betrug die Produktion von Aluminiumhalbzeug (Walzprodukte, Strangpressprodukte sowie Drähte und Schmiedeteile) im Jahr 2014 2,55 Millionen Tonnen. Für 2015 ist ein Rückgang um 4% auf 2,45 Millionen Tonnen zu verzeichnen.

Walzprodukte – teils dünner als ein Menschenhaar

In Kalt-, Warm- und Folienwalzwerken werden die Alu-Barren zu Platten, Blechen, Bändern und Folien gewalzt – teils nur 6/1000 Millimeter dünn – weit dünner als ein Menschenhaar. Walzprodukte kommen beispielsweise als Lithografiebänder für die Druckindustrie, als Alufolie oder als Karosserieblech in der Automobilindustrie zum Einsatz.

Durch den Einsatz speziell verarbeiteter Lithografieplatten aus Aluminium für die Druckindustrie wird eine hohe Lauflänge beim Drucken erreicht. Das Ergebnis intensiver Weiterentwicklung in diesem Bereich ist die glatteste, stärkste und beständigste Druckplattenlegierung, die derzeit am Markt ist.

Produktion von Aluminiumfolien in Deutschland

Deutschland ist einer der wichtigsten Produktionsstandorte für blanke Aluminiumfolie in Europa. Die Folienproduktion wird in die Bereiche Folie (0-20m) sowie dünnes Band (21-200m) unterteilt, welche für die deutsche Industrie von annähernd gleicher Bedeutung sind. Exportiert werden rund 75 Prozent, während 25 Prozent für den deutschen Markt bestimmt sind.

Strangpressprodukte – geben der Anwendung Profil

Die Herstellung von Stangen, Rohren und Profilen, beispielsweise für Fassadensysteme, Fenster und Türen im Bauwesen oder bei der Automobilindustrie erfolgt durch Strangpressen. Hierbei sind teils sehr komplexe Querschnitte und unterschiedliche Wanddicken gefordert. Ausgangspunkt für die Produktion sind gegossene Pressbolzen, die erwärmt und unter hohem Druck durch Matrizen mit entsprechenden Hohlräumen gepresst werden. Stangenpressprodukte zeichnen sich durch eine hohe Maßgenauigkeit und feine Oberflächen aus.

Ziehprodukte

Ihren Einsatz haben Ziehprodukte bei der Herstellung von Verbindungsteilen wie Schrauben, Nieten, Nägeln, Stiften, Bolzen, in der Biege und Form- technik sowie bei der Verpackung als Verschluss (Clips bzw. Klammern, Teeaufgussbeutel, Schläuche, usw.) sowie in der so genannten Aufdampftechnik. Für die Metallisierung von Verpackungs- und Kondensatorfolien sowie Formteilen werden hochwertige Reinst- und Reinaluminiumdrähte eingesetzt. Ausgangsmaterial sind stranggepresste Stangen und Rohre, beziehungsweise gepresster, gewalzter oder gegossener Vordraht (für Reinaluminium und niedrig legierte Werkstoffe meist Gießwalzdraht).

Formguss – schnell in Form gebracht

Beim Formguss werden direkt Fertigbauteile hergestellt, der Formgestaltung sind dabei kaum Grenzen gesetzt. Je nach Produkt, Seriengröße und Maßgenauigkeit werden verschiedene Gießverfahren, wie Sand-, Druck- und Kokillenguss gewählt. Die Automobilindustrie ist der bedeutendste Kundenkreis für Formgießer. Gussprodukte werden dort auch in Bereichen eingesetzt, die ein hohes Maß an Sicherheit verlangen, wie beispielsweise Fahrwerksteile.

Produktion von Aluminiumformguss in Deutschland

Die Erzeugung von Aluminiumformguss (Druck-, Kokillen- und Sandguss) belief sich im Jahr 2015 auf insgesamt 1.065.500 Tonnen. Im Vorjahr 2014 wurden 992.800 Tonnen Aluminiumformguss produziert. Dies bedeutet in 2015 ein Produktionsplus von rund 7%.

Innovative Legierungen – für den optimalen Schutz

Es gibt eine Vielzahl von Legierungen, die Aluminium noch widerstandsfähiger und fester machen. Hinzu kommen spezielle Legierungen – beispielsweise für die Druckindustrie in Form von Lithografieplatten aus hochwertigen Aluminiumbändern und Legierungen – die eine visuelle Aufwertung zum Ziel haben.

Ansprechpartner

Dr. Andreas Postler

Leiter Volkswirtschaft und Statistik

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