Aluminium im Verkehrswesen: Mit Leichtigkeit bewegen

Sobald wir uns in Bewegung setzen, begleitet uns heute in der Regel Aluminium. Ob im Auto, per Schiene, per Schiff oder im Flugzeug. Hohe Stabilität gepaart mit Leichtigkeit garantieren eine wirtschaftliche und umweltschonende Fortbewegung. Im Zeitalter der Mobilität ist Aluminium damit der Werkstoff erster Wahl. Mehr als ein Drittel des gesamten Aluminiumbedarfs in Deutschland wird im Transport- und Verkehrssektor eingesetzt.

Aluminiumanteil im PKW (westeuropäische Herstellung), geschätzt

Der Bedarf der Automobilindustrie an Aluminium hat sich in den letzten Jahrzehnten deutlich erhöht. Nach Schätzungen hat sich der Aluminiumanteil in Pkw europäischer Herstellung zwischen 1978 und 2015 von 32 kg auf 160 kg erhöht. Hier steigt der absolute Bedarf für die Einsatzbereiche Räder/Fahrwerk, Motor/Antrieb, Ausstattung und Karosserie stetig an.

Ökologisch und wirtschaftliche Mobilität

Durch den Einsatz von Aluminium beim Bau eines PKW`s lassen sich bis zu einem Drittel des Gewichts einsparen – und somit erheblich Kraftstoff. Eine Gewichtsreduktion von 100 kg spart rund 4 Liter Treibstoff auf 1000 km. Entsprechend verringern sich die Schadstoffemissionen. Die Leichtigkeit des Materials hat aber noch weitere handfeste Vorteile: Moderne Citybusse mit Alu-Karosserie beispielsweise sind um viele hundert Kilogramm leichter als solche in konventioneller Bauweise. So können bei einem vorgegebenen zulässigen Höchstgewicht mehr Personen befördert und die laufenden Betriebskosten gesenkt werden – ein Vorteil, der bei den hohen Fahrleistungen von Bussen, verbunden mit häufigen Anfahr- und Bremsvorgängen an den Haltepunkten, voll zum Tragen kommt; angesichts der chronischen Defizite in den kommunalen Kassen ein wichtiger Punkt bei der Neubeschaffung von Fahrzeugen. Bei einer Sattelzugmaschine mit Auflieger lassen sich durch Werkstoffsubsti tution bei der Fahrerkabine, bei Rahmen und Querträgern, Naben, Rädern, Motorteilen und Getriebegehäuse bis zu mehreren Tonnen Gewicht einsparen und entsprechend höhere Nutzlasten realisieren. Bei Kipp-Sattelaufliegern ermöglichen die Aufbauten und ein Chassis aus Aluminium zusätzliche Nutzlasten von 1,5 Tonnen, bei Großvolumenkippern sind es sogar 2,5 Tonnen. Für den Unternehmer zahlt sich Aluminium somit geldwert aus. Hinzu kommt die hervorragende Korrosionsbeständigkeit, da Aluminium ein sehr gutes Korrosionsverhalten zeigt und nicht rostet, wie zum Beispiel Eisenwerkstoffe.

Höchste Belastbarkeit für die Luftfahrt

Für die Herstellung von Flugzeugen ist Aluminium der goldene Mittelweg aus Herstellungskosten, niedriger Dichte, hoher Festigkeit und Korrosionsbeständigkeit. Bauteile aus Aluminium halten höchsten Belastungen stand: Trotz der vielen Starts und Landungen mit ihren extremen Beschleunigungs- und Bremsmanövern sind der Rumpf, die Flügel und das Leitwerk dank spezieller Aluminiumlegierungen auch nach vielen Jahren des Einsatzes ermüdungsfrei und bruchsicher. Foto: istock

Schneller und moderner per Bahn vorwärtskommen

Das Zeitalter der „Eisen“bahn ist vorbei. Denn schon heute sind viele tragende Element eines Zuges, beispielsweise auch die Wagenkästen beim ICE, komplett aus Aluminium. Erst damit lassen sich Geschwindigkeiten von über 350 km/h auf der Schiene realisieren. Vier von fünf der in Westeuropa gebauten Wagenkästen von U- und S-Bahnen werden heute aus Aluminium gefertigt. Daher wäre heute der Begriff „Alubahn“ sichtlich treffender. Foto: Siemens-AG

Erfüllt höchste Ansprüche auch in der Schifffahrt

Moderne Schiffe zeichnen sich dadurch aus, dass sie schnell, wendig und zugleich leicht, stabil, belastbar und langlebig sind. Mit Aluminiumlegierungen, wie sie im heutigen Schiffs- und Yachtbau eingesetzt werden, lassen sich diese Ansprüche uneingeschränkt verwirklichen. Dank intensiver Forschungs- und Entwicklungsanstrengungen sind die modernen Aluminiumwerkstoffe heute noch fester, noch korrosions- und seewasserbeständiger geworden, trotzen Wasser, Wind und Wetter – egal, ob es sich um ein Segelboot, eine Yacht, eine Fähre oder einen Luxusliner handelt. Foto: fotolia

Der Airbus 380

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Dipl.-Ing. Wolfgang Heidrich

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