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Solares Bauen mit Aluminium

Aluminiumstrangpressprodukte bilden die Basis für Solarmodule - Der leichte Werkstoff hat sich durchgesetzt

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08.04.09 - 
Steigende Preise für fossile Energieträger und staatliche Beihilfen für die Kunden haben der deutschen Fotovoltaik-Industrie einen kräftigen Boom beschert. Ein entscheidender Baustein für den nach wie vor ungebremsten Boom auf dem Solarmarkt ist der Werkstoff Aluminium. Der leichte Werkstoff dient als Basis für zahlreiche Anwendungen: Fassadenkonstruktionen, leichte und haltbare Ständer für die Befestigung von Solarmodulen, ganze Dachanlagen oder Lamellenelemente, die der Gebäudehülle vorgesetzt werden, sind nur einige Beispiele. Ob als Unterkonstruktion für riesige Solarparks, Rahmenprofil für Fotovoltaik-Elemente oder für die Umsetzung der stetig an Beliebtheit gewinnenden „solaren Architektur“ – der leichte Werkstoff hat sich in der Solartechnik durchgesetzt.

Nach Angaben des GDA - Gesamtverband der Aluminiumindustrie, Düsseldorf, werden zurzeit rund fünf Prozent des jährlichen Verbrauchs von Aluminium-Strangpressprodukten (2008: 758.000 Tonnen) in der Solartechnik eingesetzt. Ob solare Wärmegewinnung oder Stromerzeugung - das pflegeleichte und korrosionsbeständige Aluminium eignet sich ideal als Konstruktionswerkstoff in der Solartechnik. Jüngstes Beispiel für den intensiven Einsatz von Aluminium in diesem Marktsegment ist der Energiepark „Waldpolenz“ in Brandis bei Leipzig. Dort hat Bundesminister Wolfgang Tiefensee Ende Juni 2008 die zweite Ausbaustufe eines 40 Megawatt Solarkraftwerks in Betrieb genommen. Damit ist der Energiepark „Waldpolenz“ mit derzeit 24 Megawatt Leistung zum größten Solarkraftwerk der Welt geworden. Aktuell wurden dabei von der Leichtmetallbau Schletter GmbH aus Kirchdorf/Haag in Oberbayern rund 7.500 Aluminiumtische aufgebaut und über 340.000 Solarmodule auf diesen nach Süden geneigten Unterkonstruktionen montiert und verkabelt. Nach Fertigstellung des Solarparks Waldpolenz werden dort jährlich 40 Millionen Kilowattstunden sauberer Strom erzeugt, das entspricht dem Jahresbedarf von mehr als 10.000 Haushalten. Damit werden jährlich rund 25.000 Tonnen des Treibhausgases CO2 nicht in die Atmosphäre entlassen.

Aluminium ist die Basis für Innovationen
Ein gänzlich anderes, filigraneres Produkt hat die FPE Fischer GmbH aus dem bayerischen Leutkirch mit einer Aluminium-Anschlussdose für Fotovoltaikmodule auf den Markt gebracht. Mit der Entwicklung der Aluminium-Anschlussdose hat das Unternehmen im vergangenen Jahr die Solartechnik revolutioniert. Das Gehäuse besteht aus dem hochwertigen, wärmeleitenden Werkstoff Aluminium – so können die Dioden die Wärme optimal abgeben und deren Lebensdauer verlängert sich deutlich. Darüber hinaus ist die Anschlussdose wesentlich beständiger als Anschlussdosen aus Kunststoff, dadurch steigen Sicherheit, Zuverlässigkeit und Lebensdauer von Fotovoltaikmodulen.

Das sind zwei Beispiele, die unterschiedlicher nicht sein könnten, die aber beide zeigen: Der leichte Werkstoff ist eine unverzichtbare Grundlage für Innovationen und wird damit am weiteren Boom der Solar- und Fotovoltaik-Technik teilhaben.

Zwar hatte die Forderung einiger Politiker, das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) zu revidieren und damit die öffentliche Förderung von Solaranlagen zu kürzen, für einige dunkle Wolken am Sonnenenergie-Himmel gesorgt. Doch mit den getroffenen Kompromissen gab die Bundesregierung der Branche wichtige Impulse.
Diese hat sich aber bereits auf mögliche, die wirtschaftliche Entwicklungen hemmende politische Entscheidungen eingestellt, längst wird über den (deutschen) Tellerrand geschaut. In Südeuropa, insbesondere in Italien und Spanien, aber auch in Afrika liegen die Zukunftsmärkte der Solarindustrie – und damit auch derjenigen Aluminiumverarbeiter, die dabei mitmischen wollen.

Deutsche Aluminiumverarbeiter nutzen die Chancen

Das zeigt das Beispiel der Gerhardi AluTechnik, Lüdenscheid. Das Aluminium-Strangpresswerk lieferte im Jahr 2008 mehrere hundert Tonnen Profile für den Unterbau von 70.000 Modulen, die in einem spanischen 15 MW Solarkraftwerk Verwendung finden. Darüber hinaus liefert Gerhardi bearbeitete und eloxierte Rahmenprofile  für diverse Kundenanwendungen. Innovative Profilanwendungen befinden sich in der Entwicklungsphase.

Auch für die Hydro Aluminium Extrusion Deutschland GmbH mit Standorten in Uphusen und Rackwitz ist die Solartechnik ein wichtiger Markt. Rund 7.000 Tonnen Aluminiumprofile liefern die Presswerke der Hydro-Tochter jährlich für Unterkonstruktionen oder Profilrahmen an die Hersteller aus der Solarindustrie. Zu den Hydro-Kunden gehört u.a. die Q-Cells aus Thalheim in Sachsen, der weltweit größte Konzern-unabhängige Hersteller von Solarzellen.

Der Marktführer für Aluminiumprofile in Deutschland, die schwedische Sapa Profiles, ist ebenfalls mit verschiedenen Produkten im wachsenden Solarmarkt aktiv. So hat sich zum Beispiel innerhalb von drei Jahren die Liefermenge von Profilen an Conergy auf 2.000 Tonnen vervierfacht. Conergy ist als weltweiter Systemanbieter für die Gewinnung erneuerbarer Energien durch Fotovoltaik, Solarthermie und Windenergie tätig. Und auch hier geht die Zusammenarbeit tiefer. Zusammen mit Conergy hat Sapa die Konstruktion der Rahmenprofile für die Kollektoren modifiziert, deren Gewicht optimiert und so die Gesamtwirtschaftlichkeit verbessert.

Einer der erfolgreichsten Komplettanbieter von Solartechnik in Europa ist die Bielefelder Schüco International mit Systemen in den Bereichen Solarthermie, Wärmepumpe und Fotovoltaik. Beispielhaft zu nennen ist das Schüco PV-Light-System, mit dem sich alle gängigen Fotovoltaik-Standardmodule besonders schnell und sicher montieren lassen. In vier verschiedenen Montagevarianten bietet Schüco seine Universal-Lösung an: Aufdach, Flachdach, Fassade und Indach. Das Basis-Set für alle Versionen  löst mit einer minimalen Anzahl hochwertiger Aluminium-Bauteile und nur einem Werkzeug sämtliche Aufgabenstellungen - auf jedem Dach und in jeder Anordnung.

Eine weitere Nutzung von Solarenergie findet sich in einem Bereich, wo man diese nicht unbedingt sofort vermuten würde. Das Dach der neuen Haupttribüne im Stadion des Fußball-Bundesligavereins DSC Arminia Bielefeld, der Schüco-Arena, ist eine einzige Solaranlage. Das neue Tribünendach besteht aus 788 einzelnen Solar-Modulen, die zusammengesetzt eine Fläche von 1.400 Quadratmetern ergeben und so 80.000 Kilowattstunden Strom pro Jahr erzeugen. Mit Hilfe der Fotovoltaikanlage gestaltet sich die Ökobilanz des Clubs äußerst positiv, zusammen mit der bereits vorhandenen Anlage auf der Südtribüne deckt der Verein damit gut 20 Prozent des jährlichen Stromverbrauchs mit umweltfreundlicher Sonnenenergie. Die Steffen Metallbautechnik GmbH aus Bielefeld hat dafür 15 Tonnen Aluminium für die Unterkonstruktion verbaut.

Anspruchsvolle Solar-Anwendungen aus gewalztem Aluminium hat auch die Alcan Specialty Sheet, ein Geschäftsbereich von Rio Tinto Alcan Engineered Products, in ihrem innovativen „Solar Surface Portfolio“. Das Unternehmen stellt spezielle Aluminium-Walzprodukte mit funktionalen und korrosionsresistenten Oberflächen her, die sich optimal zur Nutzung von thermischen Solar-Kollektoren, als Spiegel in Fotovoltaik Panelen oder als Solar-Parabolrinnenanlagen eignen. Eine keramische Nano-Transparentbeschichtung schützt die Alcan Solaroberfläche dabei nachhaltig vor Witterungseinflüssen, Korrosion und mechanischen Einwirkungen. Außerdem bietet Alcan Specialty Sheet  Aluminium-Band mit einer Vielzahl von funktionalen Walzoberflächen als Basismaterial für Vakuumbeschichtung hoch selektiver Absorberschichten an.

Doch es geht bei weitem nicht nur um Großprojekte. Angesichts der beschlossenen weiteren öffentlichen Förderung sind Solar- und Fotovoltaik-Anlagen sowohl an Privathäusern als auch an Objektbauten weiterhin ein Markt mit Zukunft. Lohnenswert für beide Seiten und gleich in mehrfacher Hinsicht. Für die Aluminium-Industrie und das ausführende Handwerk als Verdienstmöglichkeit, für die Nutzer als Möglichkeit zur Senkung der eigenen Energiekosten über viele Jahre hinweg. Und natürlich gewinnt vor allem die Umwelt.

Solarwirtschaft bietet Wachstumschancen
Die genannten Großanlagen und Prestigeobjekte stehen allerdings nur exemplarisch für den expandierenden Markt. Nach Angaben des Bundesverbandes Solarwirtschaft sind in Deutschland derzeit 1,5 Millionen Solaranlagen in Betrieb. Der Großteil davon befindet sich an oder auf Wohngebäuden. Rund 87% des gesamten Energiebedarfs in privaten Haushalten werden für die Raumerwärmung und Warmwasser benötigt. Durch fachgerechtes Sanieren und moderne Gebäudetechnik können bis zu 80% davon eingespart werden. Angesichts von rund 18 Millionen Wohngebäuden in Deutschland steckt da noch reichlich Potenzial.

Das erkennen zunehmend auch innovative Systemhersteller, die dem ausführenden Handwerk immer mehr und immer bessere und leichter zu montierende Systeme und Komponenten an die Hand geben. So hat der Verler Aluminiumspezialist heroal ein komplettes Fotovoltaik-System entwickelt, das sich neben der reinen Aufdachmontage auch in bestehende Serien integrieren lässt, beispielsweise als Vordach für Fassaden, bei Carports oder Terrassendächern. TS-Solar, ein Tochterunternehmen der TS-Aluminium Profilsysteme wiederum hat eine Universalschiene für die rationelle Montage von Solarmodulen entwickelt, bei der für alle Befestigungen der gleiche Schraubentyp – eine selbstsichernde Universalschraube – verwendet werden kann. Darüber hinaus gibt es noch eine Vielzahl an Komponenten, die entwickelt, modifiziert oder optimiert werden können – und die bereits aus Aluminium gefertigt werden oder es künftig könnten.

Laut eines Gutachtens der Forschungsinstitute Ifo und EuPD Research hat sich der Umsatz der deutschen Fotovoltaik-Hersteller innerhalb von drei Jahren auf 5,5 Milliarden Euro verzehnfacht, in den nächsten zwei Jahren erwarten die Marktforscher eine weitere Verdopplung der Einnahmen, aber auch einen Anstieg der Exportquote von 38 auf 50 Prozent. Für die Aluminiumindustrie bedeuten diese Prognosen nichts anderes, als dass sie sich noch enger mit der Solarindustrie verzahnen muss. Denn neben der Entwicklung, Optimierung und Produktion von Profilen als Unterbauten, Befestigungs- und Montagesystemen nimmt der Synergieeffekt hinsichtlich Fassaden- und Fensterelementen deutlich zu. Da die meisten Anbieter von Solarsystemen mittlerweile ausschließlich auf Aluminium setzen und zugleich die Nachfrage nach gebäudeintegrierter Installation der Anlagen steigt, greifen Architekten, Planer und Bauherren bei dieser Form der „solaren Architektur“ zunehmend auf Fassadenelemente aus dem leichten Werkstoff zurück.

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Ansprechpartnerin:

Anncathrin Wener - Öffentlichkeitsarbeit

Gesamtverband der Aluminiumindustrie e.V.
Telefon: 02 11 - 47 96 282
Telefax: 02 11 - 46 96 410
e-mail: anncathrin.wener@aluinfo.de

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