Aluminium-Verpackungen 2009 leicht rückläufig
Lagerabbau entlang der Lieferkette / Recycling auf Rekordhöhe / Für 2010 wird leichter Aufwärtstrend erwartet
08.03.10 -
Die Hersteller von Verpackungen aus Aluminium haben im Jahr 2009 trotz leichter Mengenverluste die Wirtschaftskrise relativ gut gemeistert. Insgesamt ist die Produktion von Verpackungen aus und mit Aluminium 2009 leicht zurückgegangen. Mit 356.600 Tonnen (t) Folien, Tuben, flexiblen Verpackungen sowie Aerosol- und Getränkedosen aus Aluminium produzierten die Hersteller von Aluminiumverpackungen rund 9 Prozent weniger als im Vorjahr (2008: 393.000 t). Dieser Wert, der leicht über dem rund 5 prozentigen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts liegt, lässt sich vor allem aus dem Lagerabbau entlang der gesamten Lieferkette erklären. Denn aufgrund der Finanzkrise stand die Reduktion des Working Capital im Fokus. Der Umsatz der Branche ging 2009 auf 2,1 Mrd. Euro (2008: 2,4 Mrd. Euro) zurück, was auch auf gesunkene Weltmarktpreise für Aluminium zurückzuführen ist. „Nach dem guten Jahr 2008 haben die Hersteller von Aluminiumverpackungen im vergangenen Jahr trotz der globalen Wirtschaftkrise noch vergleichsweise gut abgeschnitten“, erklärt Stefan Glimm, Geschäftsführer des Gesamtverbandes der Aluminiumindustrie e.V. (GDA) in Düsseldorf. „Für 2010 erwartet unsere Branche ähnlich den allgemeinen Konjunkturprognosen einen leichten Aufwärtstrend“, sagt Stefan Glimm weiter.Der Produktionsrückgang im vergangenen Jahr verteilt sich laut Stefan Glimm recht unterschiedlich auf die verschiedenen Endmärkte. So verzeichneten zum Beispiel Verpackungen für höherpreisige Kosmetik, bei denen ein Aufschieben des Kaufs eher möglich ist, deutlichere Rückgänge. Stabil bis leicht positiv entwickelt haben sich hingegen die Märkte für Pharmaverpackungen, Molkereiprodukte und Getränke.
„Die Kunden der Aluminium-Verpackungshersteller haben im vergangenen Jahr konsequent ihre Lager abgebaut und sind dazu übergegangen, immer kurzfristiger zu ordern. Gleichzeitig werden oftmals nur kleinere Losgrößen nachgefragt“, bestätigt Dr. Monika Kopra-Schäfer, Vorsitzende des GDA Fachverbandes Tuben, Dosen und Fließpressteile. „Das verlangt von den Mitgliedsunternehmen eine sehr hohe Flexibilität, verursacht höhere Umrüstkosten und führt damit zu steigendem Ertragsdruck. Somit werden neue Dienstleistungen von den Packmittelherstellern erwartet, die natürlich ihren Preis haben“. Auffallend sei auch der Trend zu Handels- oder Eigenmarken, bei denen die Ausstattung zwar auch zunehmend von Bedeutung ist, die aber auch den Druck auf noch kostengünstigere Lösungen erhöhen. Diesen und weiteren Herausforderungen stellen sich die Unternehmen der Branche mit neuen und immer intelligenteren Verpackungslösungen. „Aluminiumverpackungen bleiben auch zukünftig im Trend. Die hohe Innovationskraft der Unternehmen, gepaart mit den hervorragenden Eigenschaften von Aluminium, verhilft uns immer wieder zu neuen Markterfolgen“, so Dr. Monika Kopra-Schäfer weiter.
Für das Jahr 2010 sind die Erwartungen der Hersteller von Aluminiumverpackungen verhalten optimistisch. „Das 1. Quartal hat gut begonnen, und wir vertrauen darauf, dass es im Jahresverlauf kontinuierlich besser wird“, hofft Thomas Hauser, Vorsitzender des Fachverbandes Aluminiumfolien im GDA. Zu Beginn des Jahres sei die Branche gut beschäftigt und die Auftragseingänge hätten angezogen. Angesichts der kurzfristigen Planungen der Kunden sei eine zuverlässige Prognose für den weiteren Verlauf des Jahres aber kaum möglich. „Es überwiegen die Unsicherheiten. Wenn sich aber die gesamtwirtschaftliche Situation stabilisiert und vor allem auch die Arbeitslosenzahlen nicht spürbar steigen, werden auch wir wieder leicht wachsen“, so die Erwartungen von Thomas Hauser.
Auf einem erfolgreichen Weg befindet sich im Jahr ihres 75jährigen Geburtstags die Aluminium-Getränkedose. Die in der Vergangenheit in Deutschland viel diskutierte Dose hat in den letzten Jahren im Ausland eine rasante Entwicklung genommen und auch im Inland wieder ein kontinuierliches Comeback verzeichnet. Anspruchsvolle und kreative Designs und ein gesteigertes Umweltbewusstsein haben zu einer stark verbesserten Akzeptanz der Getränkedose bei den Verbrauchern geführt. „Der Getränkedosenmarkt wächst insgesamt zweistellig und die Aluminiumdose wächst überproportional. So hat sich der Marktanteil zwischen den Metallen geändert: früher lagen wir bei einem bescheidenen Marktanteil von 12 bis 15 Prozent in Deutschland, heute sind mehr als zwei Drittel der in Deutschland konsumierten Getränkedosen aus Aluminium“, erklärt Stefan Glimm.
Bei der Wiederverwertung von Getränkedosen, aber auch beim Recycling von allen anderen Aluminiumverpackungen nimmt Deutschland innerhalb Europas eine Vorreiterrolle ein – obwohl man sich auch europaweit mit einer Recyclingrate von über 50 Prozent für alle Aluminiumverpackungen auf einem guten Weg befindet. „Aluminium ist ein Kreislaufwertstoff par excellence. Der Werkstoff hat einen hohen Materialwert und wird in einem weitgehend geschlossenen Kreislauf von Metallgewinnung, -verarbeitung, -nutzung und -rückgewinnung geführt. Nicht zuletzt, weil Aluminium von hohem wirtschaftlichen Wert ist und sich ohne Qualitätsverlust immer wieder zu neuen Produkten recyceln lässt“, erläutert Stefan Glimm.
Im Jahr 2008 lag die Recyclingrate für Aluminiumverpackungen nach jüngst veröffentlichten Zahlen der Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung (GVM) in Deutschland bei 81,3 Prozent. Zudem liege die Rücklaufquote für Aluminium-Getränkedosen im Pfandsystem bei 96 Prozent. „Diese Werte belegen, dass das Recycling von Aluminiumverpackungen auf einem hohen Niveau nochmals zugelegt hat. Sie sind in Europa absolute Spitze“, so Hans-Jürgen Schmidt, Geschäftsführer der Deutschen Aluminium Verpackung Recycling GmbH. „Die intensive Nutzung der jeweiligen Rücknahmesysteme durch den Verbraucher macht Sinn: Denn das Recycling von Aluminiumverpackungen trägt zur Ressourcenschonung bei. Dadurch werden in Deutschland schon heute jährlich 300.000 Tonnen CO2-Äquivalente eingespart.“
Die Hersteller von Aluminiumverpackungen sind im GDA in den Fachverbänden Aluminiumfolien, Flexible Verbundstoffe sowie Tuben, Dosen und Fließpressteile zusammengeschlossen. Die insgesamt 30 Fachverbands-Mitgliedsfirmen sind meist mittelständisch organisiert und haben rund 15.000 Beschäftigte. Rund 65 Prozent ihres Absatzes erzielen sie in der Lebensmittelindustrie, etwa 15 Prozent gehen in die Pharma- und Kosmetikindustrie. Zudem verkaufen die Firmen an technische Anwender, vorwiegend aus den Industriebereichen Bau, Automobil, Elektrotechnik, Chemie, und Druck. Die DAVR wurde 1991 von Aluminium produzierenden und verarbeitenden Unternehmen gegründet. Sie vertritt die Interessen der Aluminiumindustrie im Rahmen der Verwertung von Aluminiumverpackungen in enger Kooperation mit dem GDA.
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Stefan Glimm
Geschäftsführer
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