Aluminium Lexikon – der Werkstoff von A–Z

Webers "Taschenlexikon Aluminium" beinhaltet die wichtigsten Fachbegriffe der Aluminium-Industrie und informiert über Wissenswertes rund um das Thema Aluminium von A wie Alaun bis Z wie Ziehen. Es ist als Einstieg in die Beschäftigung mit dem Werkstoff gedacht.

Umformen

Umformen, die Gestaltänderung fester Körper unter Einwirkung von Kräften, ist eine Hauptgruppe von Fertigungsverfahren in der Metallverarbeitung. Metalle sind kristalline Körper mit bestimm­ten Gleitebenen, entlang denen sich unter hohem Druck das Mate­rial verschiebt. Verschieben aber bedeutet eine Änderung des Korngefüges, deren Folgen von der Temperatur während des Umformens abhängen:

  • Durch Kaltumformen bei Raumtemperatur (das heißt ohne Wärmezufuhr) stauen sich die Versetzungen, sodass die Fes­tigkeit zunimmt. Durch Weichglühen, eine Wärmebehandlung, wird die Verfestigung wieder abgebaut. Eine Wärmebehandlung oberhalb der Rekristallisationstemperatur lässt neue Körner entstehen;
  • Warmumformen erfordert geringere Kräfte, weil die Festigkeit und damit der Formänderungswiderstand mit steigender Tem­peratur abnimmt.


Bei Aluminium und seinen Legierungen ist das Kaltumformen bei Raumtemperatur gut möglich, weshalb es in der Aluminiumver­arbeitung eine wichtige Verfahrensgruppe bildet. Man unterschei­det zwei Untergruppen:

  • Zum Massivumformen, das hohe Drücke verlangt und Knetle­gierungen voraussetzt, gehören Fließpressen, Prägen, Strang­pressen, Schmieden, Walzen und Ziehen;
  • Zum Blechumformen aus Bändern und Blechen zählen Abkan­ten, Bördeln, Drücken (ohne große Gestaltänderung), Hohlprä­gen, Rollformen, Tiefziehen und Treiben (mit einem Hammer).