Aluminium Lexikon – der Werkstoff von A–Z

Webers "Taschenlexikon Aluminium" beinhaltet die wichtigsten Fachbegriffe der Aluminium-Industrie und informiert über Wissenswertes rund um das Thema Aluminium von A wie Alaun bis Z wie Ziehen. Es ist als Einstieg in die Beschäftigung mit dem Werkstoff gedacht.

Schienenfahrzeuge

Seit den 1920er Jahren wird Aluminium in Eisenbahnwagen und Straßenbahnen verwendet:

  • Zunächst für Griffe, Stangen und Vorhangleisten, dann für Dächer und schließlich für Gerippe und Wände des Wagenkastens sowie für Tanks auf Zisternenwagen;
  • Vor allem in Nordamerika und Australien kamen in den 1930er Jahren auch Schüttgutwagen mit Aluminium-Lademulden für Getreide, Kohle und Erze in Gebrauch;
  • Anfang der 1950er Jahre wurden die Aufbauten für Wagen der Londoner U-Bahn in Großserie aus Aluminiumblechen gefertigt und auf Stahl-Untergestellen genietet;
  • In den 1960er Jahren ging man in Deutschland dazu über, den ganzen Wagenkasten (Untergestell und Aufbau) aus Aluminiumblechen und Aluminiumprofilen zu schweißen: zum Beispiel für U-Bahnen in Berlin, München und Nürnberg;
  • Selbsttragende Wagenkästen aus Großprofilen mit bis zu 30 Meter Länge werden dank der Möglichkeiten des Strangpressens und des automatischen Schweißens seit Anfang der 1970er Jahre gefügt und für neue U-Bahnen und Nahverkehrsbahnen sowie seit Ende der 1980er Jahre für Hochgeschwindigkeitszüge (zum Beispiel ICE) in aller Welt eingesetzt. Längsversteifung der Profile gewährleistet hohe Aufprallsicherheit und Steifigkeit des Wagenkastens;
  • Bei Güterwagen, insbesondere für Schüttgut, fertigt man von Hand zu betätigende Teile wie Bordwände ebenfalls aus Großprofilen.


Hauptgrund für die zunehmende Verwendung von Aluminium in Schienenfahrzeugen ist die überlegene Gesamtwirtschaftlichkeit, die sich aus der Summe von Anschaffungs- und Betriebskosten ergibt. Die Anschaffungskosten der Aluminiumwagen sind zwar in der Regel etwas höher. Das wird jedoch über die gesamte Betriebsdauer, die im Durchschnitt mindestens 30 Jahre beträgt, durch die Eigenschaften der hohen Korrosionsbeständigkeit und des geringeren Gewichts, welche zu niedrigeren Instandhaltungskosten und Energieeinsparungen führen, mehr als ausgeglichen. Konstruieren mit Aluminium spart gegenüber den konventionellen Bauweisen bis zu 50 Prozent Gewicht. Der daraus folgende geringere Bedarf an Antriebsenergie gleicht den höheren Energiebedarf für die Aluminiumgewinnung schon nach wenigen Jahren aus. Die Energieeinsparung ist bei U- und S-Bahnen, die häufig beschleunigen müssen, besonders ausgeprägt.

Heute haben etwa 60 Prozent aller Personenzüge Wagenkästen aus Aluminium.