Aluminium Lexikon – der Werkstoff von A–Z

Webers "Taschenlexikon Aluminium" beinhaltet die wichtigsten Fachbegriffe der Aluminium-Industrie und informiert über Wissenswertes rund um das Thema Aluminium von A wie Alaun bis Z wie Ziehen. Es ist als Einstieg in die Beschäftigung mit dem Werkstoff gedacht.

Recycling

In der Technik versteht man unter Recycling die Wiederverwertung von Schrotten und gebrauchten Fertigerzeugnissen als Sekun­där-Rohstoffe für die Herstellung neuer Produkte. Recycling von Gebrauchsmetallen wird seit jeher betrieben. Insbesondere beim Aluminium lohnt sich das Recycling aufgrund des hohen Materi­alwertes. Aluminiumrecycling ist zu einem eigenständigen Zweig innerhalb der Aluminiumindustrie geworden. Weltweit trägt es derzeit als "Sekundärproduktion" rund ein Drittel zur gesamten Produktion bei. Aluminiumrecycling ist ein wichtiger Bestandteil der Rohstoffversorgung einer Volkswirtschaft.

  • Durch das Recycling von Aluminium werden die natürlichen Rohstoffe wie Bauxit bewahrt. Außerdem liefert es einen wichtigen Beitrag zur energiesparenden Produktion, weil der Energiebedarf für das Umschmelzen bis zu 95 Prozent geringer ausfällt als für die Gewinnung von Primäraluminium;
  • Im Vordergrund steht die Wiederverwertung von Aluminiumprodukten, wichtig ist aber auch das Recycling von Betriebsstoffen und betriebsinternem Neuschrott in Betrieben der Aluminiumindustrie.

 

Recycling von Aluminiumprodukten

Das Recycling umfasst zwei Schritte:

  • Das Sammeln und Zuliefern von Altschrott besorgt der Altmetallhandel. Bis zu 100 Prozent des Aluminiums aus Elektrotechnik, Hochbau, Maschinenbau, Schienenfahrzeugen und Straßenfahrzeugen, ein guter Teil der Haushaltgeräte sowie ein wachsender Anteil von Verpackungen finden den Weg in die Wiederverwertung. Weltweit liegt das Verhältnis hinsichtlich der Erzeugung von Primär- und Recyclingaluminium bei rund 70 zu 30. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Menge an Recyc-lingaluminium steigt; das Verhältnis bleibt jedoch gleich, da der Aluminiumbedarf ebenfalls steigt. Da recyceltes Aluminium keine Qualitätsunterschiede im Vergleich zu Primäraluminium aufweist und die physikalischen Eigenschaften unverändert bleiben beziehungsweise von der auf die Markterfordernisse hin optimierten Legierungszusammensetzung abhängen, kann auf den weiter fortgeschrittenen Produktionsstufen nicht mehr festgestellt werden, in welchem Aluminiumbarren sich Recyclingmaterial wiederfindet oder aus welchen Schrottarten ein Aluminiumbarren besteht;
  • Das Umschmelzen erfolgt in speziellen Umschmelzöfen unter Einsatz unterschiedlicher Verfahren. Ein Verfahren ist zum Beispiel das Abdecken der Schmelze mit Salzen (Gemischen aus Natrium- und Kaliumchlorid) zur Verringerung des Abbrands (des Schmelzeverlustes) und zur Schmelzereinigung. Die dabei entstehenden Abgase werden gereinigt.


Insgesamt bleibt festzuhalten, dass Aluminium im Kreislauf geführt werden kann und somit nicht verbraucht, sondern genutzt wird.

Recycling von Betriebsstoffen

Bei der Wiederverwertung von Betriebsstoffen innerhalb der Alu­miniumindustrie ist es prinzipiell möglich, Umweltschutz mit Wirt­schaftlichkeit zu verbinden - zwei Beispiele:

  • Aus den Abdecksalzen des Umschmelzens lässt sich das Salz wiedergewinnen und erneut einsetzen;
  • Zur Trockenreinigung der Abgase aus der Schmelzflusselek¬trolyse wird Aluminiumoxid verwendet, welches Fluoride und Staub bindet. Wieder als Rohstoff in der Schmelzflusselektrolyse eingesetzt, spart dieses Aluminiumoxid einen beträchtli¬chen Teil der dort benötigten Fluoride.



Der Anteil an Aluminiumprodukten, die dem energiesparenden Recycling zugeführt werden, fällt je nach Produktbereich unterschiedlich hoch aus. In der Elektrotechnik, im Hoch- oder Maschinenbau erreicht er bis zu 100 Prozent (aus Gebäudesanierungen zum Beispiel gelangen alle ausgedienten Aluminium-Fensterrahmen und -Türen über den Altmetallhandel zum Recycling), in der Transporttechnik bis zu 95 Prozent, bei Verpackungen bis zu 76 Prozent.

Die Recyclingraten liegen in den wichtigsten Verwendungsbereichen zwischen 85 und 95 Prozent und bei Produktionsschrotten bei nahezu 100 Prozent Daher wird Aluminium überwiegend nicht "verbraucht", sondern "genutzt" und anschließend immer wieder erneut nutzbar gemacht. Für die Wiederverwertung gebrauchter Aluminiumprodukte gibt es keine mengenmäßige Beschränkung. Sie können zu 100 Prozent dem Stoffkreislauf zugeführt werden. Nicht zuletzt deshalb wächst die im Umlauf befindliche Menge an recyceltem Aluminium.