Aluminium Lexikon – der Werkstoff von A–Z

Webers "Taschenlexikon Aluminium" beinhaltet die wichtigsten Fachbegriffe der Aluminium-Industrie und informiert über Wissenswertes rund um das Thema Aluminium von A wie Alaun bis Z wie Ziehen. Es ist als Einstieg in die Beschäftigung mit dem Werkstoff gedacht.

Aluminiumverbindungen

Es existiert eine Vielzahl chemischer Verbindungen von Aluminium: entweder in der Natur in großen Mengen in Gesteinen enthalten oder künstlich hergestellt (zum Beispiel für Medikamente) und in zahlreichen industriellen Verfahren verwendet.

Chemische Verbindungen sind Stoffe, die durch Vereinigung von zwei oder mehr chemischen Elementen unter Aufnahme oder Abgabe von Energie entstehen. Die Zahl der Atome und damit das Gewicht der Elemente stehen zueinander in einem für die Verbindung charakteristischen ganzzahligen Verhältnis. Darin und in ihren Eigenschaften, die von jenen der reinen Elemente verschieden sind, unterscheiden sich Verbindungen von Stoffgemengen und Legierungen.Infolge seiner starken chemischen Affinität (der Neigung zu chemischen Reaktionen) kommt Aluminium in der Natur nicht in reiner Form vor, sondern nur in Verbindungen - mit ganz anderen als den Aluminium-Eigenschaften. Aluminiumverbindungen werden aber auch künstlich hergestellt.

Natürliche Aluminiumverbindungen


Sie sind Bestandteil von Gesteinen der Erdkruste, etwa von Feldspaten und Glimmern sowie deren Verwitterungsprodukten Ton und Bauxit (der Anteil des Aluminiums an der Erdkruste beträgt acht Gewichts-Prozent). Die wichtigsten natürlichen Aluminiumverbindungen in alphabetischer Folge:

  • Alaun (seit dem Altertum als Medikament und Farbbindemittel in Verwendung).
  • Aluminiumhydroxide (auch: -oxidhydride, Verbindungen mit Sauerstoff und Wasserstoff), in den chemischen Varianten Böhmit und Bayerit Hauptbestandteile von Bauxiten (woraus im Bayer-Verfahren Aluminiumoxid abgetrennt wird).
  • Aluminiumoxid (Verbindung mit Sauerstoff), auch Tonerde genannt, Ausgangsstoff der Aluminiumgewinnung und Material vieler Edelsteine. Aluminium-Natrium-Silikat (Verbindung mit Natrium und Kieselsäure), Material des blauen Halbedelsteins Lapislazuli.
  • Kryolith, Aluminiumverbindung mit Natrium und Fluor; ein Mineral, das zur Schmelzflusselektrolyse (überwiegend in künstlich hergestellter Form) verwendet wird.

 

Künstliche Aluminiumverbindungen


Synthetische, also künstlich in chemischen Verfahren hergestellte Aluminiumverbindungen finden, teils in großen Mengen, Anwendung für verschiedenste industrielle Verfahren sowie in Medikamenten. Die wichtigsten in alphabetischer Folge:

  • Alaun;
  • Aluminiumchlorid (Verbindung mit Chlor), farblose, in Wasser leicht lösliche Kristalle. Meistgebrauchter Katalysator (Stoff, der chemische Reaktionen beschleunigt, ohne daran selbst teilzunehmen) bei der Herstellung organischer Stoffe, zum Beispiel von Medikamenten, Farb- und Duftstoffen oder beim Aufspalten ("Kracken") von Erdöl in Benzin und Schweröle;
  • Aluminiumfluorid (Verbindung mit Fluor), ein weißes Pulver, Schmelzzusatz in der Schmelzflusselektrolyse;
  • Aluminiumhydroxide für Medikamente;
  • Aluminiumseifen (Verbindungen mit Fett- und Harzsäuren), zum Beispiel Aluminium-Palmitat (zum Eindicken von Lacken, Imprägniermittel) oder Aluminium-Stearat (für Grundiermittel, Schmierfette, Imprägnierung von Baustoffen und Textilien);
  • Aluminiumsulfat (Verbindung mit Schwefel und Sauerstoff), weißes Pulver, hergestellt durch Lösen von Aluminiumhydroxid in konzentrierter Schwefelsäure bei 100 °C). Verwendet als Oberflächenfüller und Farbbindemittel in Papier, Gerbemitteln und Saatgutbeizen sowie zur Abwasser- und Trinkwasserbehandlung (reagiert mit ebenfalls zugesetztem Kalk zu Klümpchen von Aluminiumhydroxid, die zu Boden sinken und dabei Schmutzteilchen mitnehmen). Ausgangsstoff zur Herstellung fast aller anderen künstlichen Aluminiumverbindungen.