Wechselkurs belastet Schweizer Aluminiumindustrie

Der starke Franken gegenüber dem schwachen Euro belastete wie erwartet das Jahresergebnis der überwiegend exportorientierten Schweizer Aluminiumindustrie. Im Jahresergebnis spiegle sich der verschärfte Preiskampf und Margendruck wider, dem die Schweizer Aluminiumindustrie anhaltend durch die negative Wechselkurssituation ausgesetzt sei.

Rückgang in einigen Bereichen

Der starke Franken gegenüber dem schwachen Euro belastete wie erwartet das Jahresergebnis der überwiegend exportorientierten Schweizer Aluminiumindustrie: Die Press- und Walzwerke mussten 2015 einen Rückgang um 10 Prozent bei den produzierten Tonnagen auf 227.500 Tonnen gegenüber dem Vorjahr hinnehmen. Bei den Leichtmetallgießereien verringerte sich die verarbeitete Tonnage in 2015 um 7,9 Prozent auf 14.900 Tonnen. Für das laufende Jahr erwartet die Branche keine wesentliche Verbesserung.

„Um es positiv auszudrücken: Es könnte schlimmer sein!“, konstatierte Markus Tavernier, Verbandspräsident und Geschäftsführer der IGORA-Genossenschaft, bei der Jahres-Pressekonferenz des Schweizer Aluminiumverbands alu.ch. alu.ch. Im Jahresergebnis spiegle sich der verschärfte Preiskampf und Margendruck wider, dem die Schweizer Aluminiumindustrie anhaltend durch die negative Wechselkurssituation ausgesetzt sei. Es gäbe aber auch positive Anstrengungen der Mitgliedsfirmen, die Automatisierungsprozesse erfolgreich vorangetrieben hätten und weiter in neue Technologien investierten, um wettbewerbsfähig zu bleiben

Nach Anwendermärkten betrachtet sorgte das Transportwesen inklusive Flugzeugbau für die größten Produktionsauslastungen und Zuwachsraten. Konstant auf gutem Niveau bewegten sich auch die Aufträge aus dem Bauwesen. Der Verpackungsmarkt für Aluminium zeigte sich sowohl bei den Single Serve - sowie Pharmazie-Verpackungen als auch bei den Behälter- und Beutelprodukten für die Lebensmittelindustrie im 2015 positiv. Die Bestelleingänge aus dem Elektro- und Maschinenmarkt ebenso wie aus dem Energiesektor bewegten sich im vergangenen Jahr auf niedrigem Niveau. Für die Schweizer Oberflächenveredler war 2015 wiederum ein positives Jahr mit dynamischen Auftraggebern aus der Luftfahrt und dem Maschinenbau. Bei der BWB-Gruppe waren beispielsweise anodisierte Aluminiumoberflächen zur Erhöhung der Korrosions- und der Verschleißbeständigkeit, sowie zur Erfüllung höchster dekorativer Ansprüche gefragt.

Hohe Nachfrage im Automotivsektor

Die Auftragslage aus der Automobil- und Flugzeugindustrie entwickelt sich im laufenden Jahr erfreulich. „Bildhaft ausgedrückt richten die Schweizer Aluminium verarbeitenden Unternehmen die Weichen für die Zukunft innovationstechnisch und unternehmensstrategisch auf Spezialanfertigungen mit hohem Ertrag aus, weniger auf das Massengeschäft mit großen Tonnen-Stückzahlen. Kundengerechte Entwicklungen sichern unserer Branche internationalen Vorsprung,“ fasste Markus Tavernier zusammen.

Die Nachfrage aus dem Automotivesektor steige in den europäischen Märkten sowie in Indien und den USA, China hingegen sei schwer einschätzbar. Das Know-How der Schweizer Aluminiumindustrie sei weiterhin stark gefragt. Leichtbauweisen aus Aluminium seien eine klare Antwort zur Reduzierung der CO2-Werte und damit ein echter Beitrag zur Schonung der Umwelt. „Mit dem technologischen Fortschritt eröffnen sich auch neue Chancen. Sogenanntes ‚höherfesteres Material‘ kennzeichnet beispielsweise bereits jetzt einen Mega-Trend im Walzbereich“, erklärte Marcel Menet.

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