Internationaler Aluminium-Druckguss-Wettbewerb 2014: Die Preisträger stehen fest

Die Preisträger des Internationalen Aluminium-Druckguss-Wettbewerb 2014 stehen fest. Im Rahmen der EUROGUSS 2014 in Nürnberg wurden insgesamt drei Gussstücke mit Preisen ausgezeichnet, drei weitere Gussbauteile erhielten besondere Anerkennungen.

Interesse an Aluminium soll verstärkt werden

Der zum sechsten Mal ausgeschriebene Internationale Aluminium-Druckguss-Wettbewerb wird vom GDA Gesamtverband der Aluminiumindustrie, Düsseldorf, veranstaltet. Partner bei der Durchführung des Wettbewerbs ist der Bundesverband der Deutschen Gießerei-Industrie (BDG). Der Aluminium-Druckguss-Wettbewerb ist seit vielen Jahren eine bewährte Plattform, den hohen Qualitätsstand von Aluminium-Druckguss zu zeigen. Ziel des Wettbewerbs ist, das Interesse am vielseitigen Werkstoff Aluminium zu verstärken und weitere Anwendungsbereiche aufzuzeigen. Die Gussstücke sollen aus einer gängigen Aluminiumgusslegierung hergestellt sein. Kriterien für die Bewertung sind: Qualität, Aktualität, Innovation und technischer Fortschritt. Insgesamt wurden in diesem Jahr 17 Gussstücke für den Internationaler Aluminium-Druckguss-Wettbewerb eingereicht, davon 11 aus Deutschland, 3 aus Österreich, 2 aus Italien und 1 aus der Schweiz. Die Experten-Jury prämierte sechs Einreichungen.

Preisträger

1. Preis: BMW Hinterachsträger „Gussseitenteil“ i3 Legierung: Al Si10MnMg BMW AG, Werk Landshut, Deutschland Das Gussteil hat sich im harten Wettbewerb gegen eine Schweisskonstruktion durchgesetzt. Dabei wurden innovative Entwicklungsmethoden - Topologieoptimierung – angewendet. Das Gussteil ist 10 % leichter als die beste Schweißkonstruktion, dabei 10 % preiswerter. Im Übrigen erreichte das Schweißteil nur 70 % der angestrebten Integrationstiefe. Die weiteren Herausforderungen wie Schweißbarkeit und Lackierbarbeit (KTL) wurden voll erfüllt.

2. Preis: Ölwannenoberteil für W12-FSI-Motoren im Audi A8 Legierung: Al Si9Cu3(Fe) Hengst GmbH & Co. KG, Münster, Deutschland Die Konstruktion des Gussteils greift die besonderen Vorteile der Druckgießtechnik auf. So unterstützt die hochwertige Oberflächenqualität die Anforderungen an die Lebensdauer. Konstruktiv wurde eine beeindruckende Funktionsintegration verwirklicht. Diese wurde mit Hilfe einer komplexen Werkzeugtechnik realisiert. Bemerkenswert ist auch der hohe Grad an fertig gegossenen Oberflächen mit geringen maßlichen Toleranzen, die sich in einem geringen Bearbeitungsaufwand auswirken.

3. Preis: BMW Motorrad Kurbelgehäuse für die neue Generation von wassergekühlten Boxer-Motoren K5x Legierung: Al Si9Cu3 BMW AG, Werk Landshut, Deutschland Für die Zylinderlaufflächen kommt eine LDS-Beschichtung zum Einsatz. Diese kombiniert optimale Verschleißeigenschaften mit einer sehr guten Wärmeübertragung in das Kurbelgehäuse. Im Vergleich zum Kokillenguss-Vorgänger des Kurbelgehäuses wurden sechs Einbauteile durch ein integratives Druckgussbauteil ersetzt. Die aufwendige Bearbeitung stellt hohe Anforderungen an die Gefügehomogenität des Druckgussteiles.

Besondere Anerkennungen

„Besondere Anerkennung“: Schaltelektronik-Gehäuse für Industriejoysticks Legierung: Al Si9MnMg Georg Frank & Co. GmbH, Heilbronn Dieses Teil stellt hohe Anforderungen sowohl an den Werkzeugbau als auch an die Gießtechnik. Die Tatsache, 74 Bohrungen verteilt auf 6 Flächen zu gießen, reduziert die mechanische Nachbearbeitung erheblich. Die gewählte Legierung garantiert selbst im maritimen Bereich höchste Korrosionsbeständigkeit.

„Besondere Anerkennung“: Rahmen für Kollektor eines Solaranlagenherstellers Legierung: Al Si9MgMn DGS Druckguss Systeme AG, St. Gallen, Schweiz Dieses Teil sprengt im wahrsten Sinne des Wortes den Rahmen: Die Jury anerkennt den erfolgreichen Versuch, die Grenzen des Druckgießens zu erweitern. In dieser Gussteilklasse können viele neue Anwendungsbereiche erschlossen werden.

„Besondere Anerkennung“: Schaltdome – Innovativer Anguss G.A. Röders GmbH & Co. KG, Soltau, Deutschland Mit Hilfe einer besonders innovativen Methodik zur Entwicklung eines Angusses mit optimiertem Volumen und Strömungsverlauf sind drastische Einsparungen an Rohstoff und Energie realisiert worden. Die Jury anerkennt die Methodik im Sinne einer nachhaltigen Rohstoff- und Energieeffizienz. In diesem Projekt wurden Ergebnisse aus dem geförderten FuE-Vorhaben „ProgRess“ konsequent in die Praxis umgesetzt.

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