Fortsetzung des Branchendialog von IG Metall und GDA

Wie bleiben die Betriebe der Aluminiumindustrie angesichts der Energiewende und der Digitalisierung konkurrenzfähig und wie können die Industrie-Arbeitsplätze zukunftssicher gemacht werden? Diese Fragen standen im Mittelpunkt des Sozialpartnerschaftlichen Branchendialogs 2018.

Zukünftige Energie- und Industriepolitik muss die Interessen der Arbeitnehmer berücksichtigen

Talkrunde Branchendialog 2018
v.l.n.r.: Bernd Schäfer (apt Sedant), Wolfgang Lemb (IG Metall), Dr. Nils Naujok (PwC) und Jürgen Mehnert (IG BCE)

Wie bleiben die Betriebe der Aluminiumindustrie angesichts der Energiewende und der Digitalisierung konkurrenzfähig und wie können die Industrie-Arbeitsplätze zukunftssicher gemacht werden? Diese Fragen standen im Mittelpunkt des „Sozialpartnerschaftlichen Branchendialogs 2018“ zwischen der IG Metall, IG Bergbau und Chemie und dem GDA Gesamtverband der Aluminiumindustrie. Die Gemeinschaftsveranstaltung fand Mitte November 2018 in Essen statt und stand unter dem Leitthema „Perspektiven für den Industriestandort Deutschland“.

Bereits 2008 starteten der GDA und die IG Metall eine gemeinsame Diskussionsreihe mit dem Ziel, den effizienten Umgang mit Ressourcen zu fördern. Initiiert wurde die Diskussion vom Netzwerk Ressourceneffizienz, einer Initiative des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB); IG Metall und GDA zählen zu den Gründungsmitgliedern dieser Initiative. Seitdem sind der GDA und die IG Metall im Gespräch. 2016 und 2017 setzten sie ihren Dialog mit Gemeinschaftsveranstaltungen zu den Themen „Industriepolitik und Qualifikation“ und "Perspektiven für den Industriestandort Deutschland“. fort.

 „Es geht im Kern darum: Drohen Arbeitsplätze wegzufallen, so sind Industriepolitik und Unternehmen gefordert, vorausschauend gegenzusteuern, damit neue und zukunftssichere Arbeitsplätze entstehen können“, erläuterte IG-Metall Gewerkschaftssekretär Bernd Lauenroth die Ziele des Branchendialogs. Und Manuel Blömers, Gewerkschaftssekretär der IG BCE, ergänzte: „Unser Ziel ist ein Dialog aller Beteiligten, bei dem die Mitarbeiter im Mittelpunkt stehen, da es um die Zukunftsfähigkeit ihrer Arbeitsplätze in der Aluminiumindustrie geht". Christian Wellner, Geschäftsführendes Präsidialmitglied des GDA verwies darauf, dass der Dialog helfe, gemeinschaftliche Ziele zu erreichen: „Der GDA will den Dialog mit den Gewerkschaften und den Betriebsräten intensivieren Das partnerschaftliche Miteinander von Unternehmens- und Arbeitnehmervertretern in der Aluminiumindustrie soll den wirtschaftlichen Erfolg der Branche stärken und die Arbeitsplätze sichern."

Zielgruppe der Veranstaltung waren interessierte Führungskräfte und PersonalsachbearbeiterInnen der Aluminiumindustrie, Betriebsräte und GewerkschafterInnen. Insgesamt diskutierten über 90 Teilnehmer der deutschen Aluminiumindustrie. Themenblock 1 beschäftigte sich mit der aktuellen Industrie- und Energiepolitik und die Rahmenbedingungen für sichere Arbeitsplätze. Winfried Horstmann vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie stellte die industriepolitische Strategie der Bundesregierung vor. Sein Schwerpunkt lag auf den Themen der Kommission für Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung und den wirtschaftspolitischen Konzepten hinsichtlich der Digitalisierung und der Förderung der Künstlichen Intelligenz. Bernd Schäfer, CEO der apt Sedant Holding und Vorsitzender des GDA-Fachverbands Aluminiumhalbzeug, zeigte auf, welche Herausforderungen die Unternehmen der Aluminiumindustrie angesichts der Digitalisierung und dem Fachkräftemangel meistern müssen und wie sie „Global denken, aber lokal handeln“. Nils Naujok von pwc Strategy stellte neue Geschäftsmodelle in der Metall-Wertschöpfung vor, wie etwa wachsende Integration in die Kundenindustrien oder den 3-D Druck. Aus Sicht der IG Metall stellte Wolfgang Lemb, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied IG Metall, die gewerkschaftlichen Anforderungen für sichere Beschäftigung vor.

Bei der anschließenden Diskussionsrunde waren sich die Diskussionsteilnehmer einig: Die Industrie- und Energiepolitik darf sich nicht auf die ökonomischen Rahmenbedingungen beschränken. Die Beschäftigten wollen sichere und faire Arbeit, also prekäre Beschäftigung verhindern sowie Leiharbeit und Werkverträge besser regulieren. Zudem ist nachhaltiges Wirtschaften ein wichtiges Ziel. Das setzt voraus, mit den Ressourcen sparsam umzugehen, ehrgeizige Klimaziele anzustreben und die regenerative Energieerzeugung auszubauen.

Themenblock 2 fokussierte sich auf die Frage „Was erwarten junge Leute von einer guten Ausbildung?" Hier stellte Joachim Gerd Ulrich vom Bundesinstitut für Berufsbildung eine Analyse des NRW-Ausbildungsmarkts vor und zeigte auf, wie die Wirtschaft aus den sogenannten Generationen X und Y die Fachkräfte von morgen gewinnen kann. Fabian Geisbusch, Unternehmensberater für Azubi Recruiting und Marketing, gab Tipps, wie Ausbildungsbetriebe im Wettbewerb um die besten Mitarbeiter bestehen können.

Der dritte Themenblock diskutiert Beispiele für die Verbesserung der Arbeitssicherheit. Hier stellte Heinz Fritsche aus dem IG Metall Ressort Arbeitsgestaltung und Gesundheitsschutz passgenaue Arbeitsschutzmaßnahmen für die Branche vor.

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