Energiekrise sorgt für besorgte Gesichter in der europäischen Tubenindustrie

Europäischer Tubenmarkt im ersten Halbjahr 2022 noch mit leichtem Plus
 

Trotz äußerst herausfordernder wirtschaftlicher Rahmenbedingungen stiegen die Ablieferungen der in der european tube manufacturers association (etma) organisierten Hersteller von Aluminium-, Laminat- und Kunststofftuben im ersten Halbjahr um ein Prozent auf rund 6 Milliarden Einheiten. Dabei entwickelten sich die einzelnen Tubenarten unterschiedlich. Aluminiumtuben konnten um knapp ein und Kunststofftuben um rund zwei Prozent zulegen, während Laminattuben um fast vier Prozent nachgaben. Bei den Ablieferungen der etma-Mitglieder lagen Laminattuben und Aluminiumtuben mit einem Anteil von jeweils 36 Prozent gleichauf. Der Anteil von Kunststofftuben belief sich auf 28 Prozent.

Nachfrage nach Pharma- und Kosmetikprodukten zieht an

Die positive Mengenentwicklung war auf ein Nachfrageplus von knapp zwei Prozent aus dem mengenmäßig dominierenden Kosmetikmarkt zurückzuführen. Besonders positiv entwickelte sich die Nachfrage aus dem Pharmasektor als zweitgrößtem Absatzmarkt, der sogar um gut acht Prozent zulegen konnte. Demgegenüber gingen die Ablieferungen in den Zahnpflegemarkt als drittgrößtes Absatzsegment leicht um knapp zwei Prozent zurück. Diese drei Märkte machen insgesamt rund 85 Prozent der Ablieferungen aus. Die restlichen 15 Prozent entfallen auf Haushaltsprodukte und Lebensmittel, die im ersten Halbjahr 2022 mit einem Minus von knapp 15 Prozent beziehungsweise 10 Prozent relativ stark rückläufig waren.

Bedrohliche Auswirkungen der Energiekrise

Besonders besorgniserregend sind momentan die exorbitanten Kostensteigerungen im Energiesektor. „Die explodierenden Strom- und Gaspreise bringen die etma-Mitglieder in große Bedrängnis, und ein Ende dieses bedrohlichen Trends ist noch nicht absehbar. Eine weitere Verschärfung der Lage könnte für manche Mitglieder zu einer existenzbedrohenden Situation führen,“ weiß etma Präsident Mark Aegler.

Zu den gestiegenen Energiepreisen kommen obendrein noch ein inflationsbedingter Kaufkraftverlust der europäischen Konsumenten und Rezessionsängste hinzu. „Das ist ein unangenehmer Cocktail schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen, die das Leben der europäischen Hersteller von Tuben und der Verbraucher in diesem und sicherlich auch noch im nächsten Jahr nachhaltig beeinträchtigen werden,“ ergänzt Aegler.

Auch wenn das Thema Energiekrise derzeit alle anderen Themen überstrahlt, stehen auch die Anforderungen an die Tubenindustrie in puncto Nachhaltigkeit unvermindert hoch im Kurs. Die große Herausforderung ist, im Sinne einer bestmöglichen Ressourceneffizienz recyclingfähige Verpackungen mit einem minimierten Materialeinsatz und einem möglichst hohen Anteil an post-consumer Recyclingmaterial herzustellen. „Die europäische Tubenindustrie ist hier auf einem guten Weg und arbeitet mit Hochdruck an immer nachhaltigeren Verpackungslösungen. Dies zeigen nicht zuletzt auch die im Rahmen des alljährlichen etma-Wettbewerbs “Tube of the Year“ ausgezeichneten Tuben“, resümiert Aegler.

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Gregor Spengler

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