Aluminiumindustrie mit guter Mengenentwicklung

Die deutschen Aluminiumproduzenten und -verarbeiter haben im 1. Halbjahr 2014 eine konjunkturelle Belebung verspürt. Von Januar bis Juli 2014, diese Zahlen liegen aktuell vor, stieg die Produktion auf fast allen Produktionsstufen an. Von der ALUMINIUM Messe erwartet die Branche zusätzliche Impulse.

Ergebnisse uneinheitlich

Die deutschen Aluminiumproduzenten und -verarbeiter haben im 1. Halbjahr 2014 eine konjunkturelle Belebung verspürt. Von Januar bis Juli 2014, diese Zahlen liegen aktuell vor, stieg die Produktion auf fast allen Produktionsstufen an. „Die Gründe für den Anstieg liegen in den allgemein günstigen konjunkturellen Rahmenbedingungen und der guten Nachfrage aus Schlüsselbranchen“, berichtete Christian Wellner, Geschäftsführer des GDA Gesamtverband der Aluminiumindustrie e.V., Düsseldorf, bei einem aktuellen Pressegespräch auf der ALUMINIUM 2014 in Düsseldorf. Die Unsicherheit über die weitere Entwicklung habe zwar zugenommen, so Christian Wellner. Dennoch seien, allen Krisen zum Trotz, die Erwartungen für das laufende Geschäftsjahr verhalten optimistisch. Von der ALUMINIUM Messe erwartet sich die Branche zusätzliche Nachfrageimpulse.

Hüttenaluminium weiterhin gut

In der ersten Produktionsstufe, der Erzeugung von Aluminium, verlief die Entwicklung uneinheitlich. Insgesamt wurden in Deutschland von Januar bis Juli 2014 rund 663.300 Tonnen Rohaluminium erzeugt, das sind rund 2,9 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Herstellung von Rohaluminium teilte sich in diesem Zeitraum auf 303.500 Tonnen Hüttenaluminium und 359.800 Tonnen Recyclingaluminium auf. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum stieg die Produktion von Hüttenaluminium um 9,7 Prozent an, während die Produktion von Recyclingaluminium mit 2,2 Prozent leicht zurückging.

Halbzeughersteller mit solidem Mengenwachstum

Für die 35 deutschen Aluminiumhalbzeugunternehmen brachten die ersten sieben Monate 2014 verglichen mit den entsprechenden Monaten des Vorjahres einen soliden Anstieg der Produktion. In den Werken an 48 Standorten in Deutschland sind rund 16.000 Mitarbeiter beschäftigt. Die Unternehmen produzieren Walzprodukte (Bleche, Bänder, Platten), sowie Strangpressprodukte (Profile, Stangen, Rohre), Drähte und Schmiedeteile.

Im bisherigen Jahresverlauf weist sowohl das Produktionsvolumen der Walzprodukte als auch das Volumen der Strangpressprodukte einen positiven Trend auf. Die deutsche Produktion von Aluminiumhalbzeug belief sich von Januar bis Juli 2014 auf 1,52 Millionen Tonnen. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist dies ein Anstieg um 2,3 Prozent.

Höchster Anteil an der Aluminiumhalbzeugproduktion entfällt auf die Aluminiumwalzwerke

Die Hersteller von Walzprodukten verzeichneten von Januar bis Juli 2014 einen leichten Produktionsanstieg von rund 1,1 Prozent auf 1.157.700 Tonnen (Vergleichszeitraum 2013: 1.144.800 Tonnen). Größter Abnehmer von Aluminiumwalzhalbzeugen sind neben Automotive die Märkte Verpackung und technische Anwendungen (Maschinenbau und Elektrotechnik), die zusammen knapp drei Viertel des Bedarfs an Walzprodukten aus Aluminium darstellen. Der verbleibende Teil des Bedarfs geht in die Bereiche Bau, Handel sowie sonstiger Endverbrauch.

Auch die deutschen Strangpresser konnten ihre Produktion in den ersten sieben Monaten 2014 steigern; mit 6,7 Prozent jedoch deutlich stärker als die Walzer. Die Produktion betrug 344.700 Tonnen (Januar – Juli 2013: 323.200 Tonnen). Die Strangpresser liefern in die verschiedensten Nischenmärkte. Hier sind die Anforderungen an das technische Know-how, die individuelle Beratung und die Hilfe bei der Produktentwicklung höher, aber auch die Wertschöpfung. In Deutschland produzieren derzeit 82 Strangpressen. Die wichtigsten Profilmärkte liegen im Bausektor (25 %), im Verkehrsbereich (30 %) sowie im Maschinenbau (13 %). Die gute Nachfrage aus dem Automobilsektor und dem Bausektor wird die Strangpresskonjunktur weiterhin stützen.

Weitere Entwicklung

Das konjunkturelle Umfeld war im 1. Halbjahr 2014 für die Aluminiumbranche erwartungsgemäß erfreulich, insbesondere im Verkehrssektor. Nach Ansicht von Christian Wellner ist bisher auch keine Abkehr von dieser positiven Grundtendenz zu erkennen. „Die Unternehmen der deutschen Aluminiumbranche haben sich in den letzten Jahren gut aufgestellt und konnten ihre Marktanteile halten oder ausdehnen. Die wieder bessere konjunkturelle Lage führt zu einem weiteren Mengenwachstum. Positiv wirke sich zudem aus, dass die Verwendungsintensität von Aluminium in vielen Schlüsselindustrien mittel- bis langfristig weiter ansteigen werde, insbesondere im Transportsektor.

Aber auch in anderen Bereichen sei noch erhebliches Potential für Produkte aus Aluminium. Die Wachstumsperspektiven seien daher nach wie vor günstig. In Deutschland sollte daher die Aluminiumproduktion im 2. Halbjahr 2014 nahe den Produktionsniveaus des Vorjahreszeitraums liegen“, so Wellner weiter. Trotz dieses zuletzt stabilen Aufwärtstrends ist die weitere Entwicklung der Aluminiumindustrie angesichts hoher Kostenbelastungen und eines starken Wettbewerbsdrucks offen. Die Ergebnissituation der Unternehmen ist uneinheitlich.

ALUMINIUM 2014: Leitmesse der Branche

Von der ALUMINIUM 2014 erwartet die deutsche Aluminiumindustrie weitere Nachfrageimpulse. „Die ALUMINIUM ist die Leitmesse der Branche und hat sich seit ihrer ersten Auflage vor 17 Jahren zur größten Plattform für unsere Branche weltweit entwickelt“, sagte Christian Wellner. „Darüber hinaus bietet sie der deutschen Aluminiumindustrie vor allem die Möglichkeit, ihre Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit den Kunden zu präsentieren.“ Der Gesamtverband der Aluminiumindustrie ist Mitinitiator und Partner der ALUMINIUM.

Parallel zur ALUMINIUM 2014 organisiert der GDA gemeinsam mit Messeveranstalter Reed Exhibitions die begleitende Conference. Unter dem Titel „Aluminium - Material for the Future“ sind Vorträge zu den Themenbereichen Plant and Equipment, Automotive, Surface, Recycling Technologies and Aluminium Markets vorgesehen. Die Vortragenden sind bekannte und praxisnahe Referenten aus der internationalen Aluminium produzierenden sowie verarbeitenden und anwendenden Industrie.

Zum GDA:

Der Gesamtverband der Aluminiumindustrie e.V. (GDA) mit Sitz in Düsseldorf wurde 1992 in Dresden gegründet. Er ist eine Vereinigung von Aluminiumunternehmen, die Rohaluminium oder Aluminiumprodukte auch im Verbund mit anderen Werkstoffen herstellen. Als Branchenverband vertritt er die Interessen einer leistungsfähigen Aluminiumindustrie mit einem Organisationsgrad von 96 %.

Ansprechpartner

Georg Grumm

Leiter Information und Kommunikation

Tel.: +49 211 47 96 - 160
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