Aluminium-Verbot behindert nachhaltiges Bauen in München

Am 10. September diskutierte der Gesamtverband der Aluminiumindustrie (GDA) mit Metallbauern, Bauplanern, Architekten und Bauunternehmen über nachhaltige Gebäude. Anlass des Workshops mit betroffenen Unternehmen und Handwerkern ist die Verwendungseinschränkung von Aluminium der Stadt München. 

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GDA-Geschäftsführer Marius Baader eröffnet den GDA-Workshop zur Verwendungseinschränkung von Aluminium in München. © GDA

Von der Einschränkung betroffen sind Bauvorhaben, bei denen die Landeshauptstadt als Bauherr auftritt sowie der Wohnungs- und Gewerbebau auf städtischen Flächen. Zwar zeigt sich die Stadtverwaltung bei manchen Projektvorhaben flexibler, dennoch darf in München weiterhin bei städtischen Projekten nur Aluminium verbaut werden, das nachweislich zum überwiegenden Teil aus recyceltem Material besteht. „Da die Nachfrage nach Aluminium seit Jahrzehnten immens wächst, ist der Anteil an neu produziertem Aluminium wesentlich größer als Recyclingaluminium“, erläuterte GDA-Geschäftsführer Marius Baader. „Intelligente Fassaden, Fenstersysteme und Sonnenschutz-Anwendungen aus Aluminium machen Gebäude deutlich energieeffizienter. Die Stadt München sollte diese Fakten anerkennen und das Verwendungsverbot aufheben.“

Ressourceneinsatz in der Architektur mit Aluminium

„Die Architektur besitzt ein enormes Potenzial zur Optimierung des Ressourceneinsatzes“, erklärte Simon Köppl von den Allmann Sattler Wappner Architekten. „Dabei beeinflusst die Materialauswahl den Ressourcenverbrauch bei Herstellung, Betrieb, Reinigung und der Wiederverwendung grundlegend. Auch Aluminium wird daran objektbezogen gemessen. Transparenz ist für uns Architekten dabei wichtig.“ Seit 1995 hat sich die Bedeutung von ökologischen Kriterien bei Bauunternehmen stark vergrößert. Immer mehr Architekten und Planer würden den Wert der Zertifizierungen von der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) als Planungs- und Optimierungstool schätzen, wie DGNB Geschäftsführer Johannes Kreißig beim Workshop verdeutlicht. „Darüber hinaus steht eine DGNB Zertifizierung für eine ganzheitliche, lebenszyklus- und performanceorientierte Betrachtung eines Gebäudes, wozu eine verantwortungsbewusste Materialbeschaffung gehört. Materialverbote, ohne Bezug zum Gebäude, unterstützen diesen ganzheitlichen Ansatz nicht.“ Von Bedeutung ist auch, was mit den Bauprodukten nach ihrer Nutzungsdauer geschieht, wie Walter Lonsinger, Vorsitzender des Vereins für Aluminium, umweltgerechte Wiederverwertung und Fenster- und Fassadenbau (AUF), erläutert. „Der A/U/F gewährleistet geschlossene Wertstoffkreisläufe. Dadurch wird beispielsweise ein Aluminiumfenster nach seiner Nutzung nicht auf weiten Wegen außerhalb Europas transportiert, sondern vor Ort recycelt und im Baubereich wiederverwendet.“

Obwohl Aluminium in Bauanwendungen und im Recycling ökologisch punktet und Zertifizierungen einen nachhaltigen Umgang mit dem Werkstoff garantieren, hält die Stadt München am Verbot weiter fest. Dies traf bei den Architekten, Planern und Bauherren auf Unverständnis. „Aluminium muss auf lange Zeit hin betrachtet werden“, meint Bauingenieur Daniel Villar von der CL MAP GmbH. „Es hat über Lebenszyklen hinweg viele Vorteile. Vom Aluminiumverbot im Baubereich halte ich wenig. Wichtiger ist die Transparenz von Bauprodukten.“

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Georg Grumm

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